2, 1, Risiko

Posted on Wednesday 16 September 2009

Etwas allein deshalb nicht zu versuchen, weil es schief gehen kann, ist vollkommen aequivalent dazu, etwas nicht zu versuchen, weil es gut gehen kann.
Wenn “gut gehen” keine inhaltsleere Aussage sein soll, bedeutet dies, dass eine Moeglichkeit zu scheitern existiert, die mit endlicher (und sogar positiver) Wahrscheinlichkeit eintreten kann. Mit anderen Worten: Konsequenterweise darf man dann ueberhaupt nichts versuchen.

Mit anderen Worten: Es ist Quatsch.

Alex @ 8:57 pm
Filed under: Gegenwart and Leben and Menschen
XXVII

Posted on Sunday 13 September 2009

Weary with toil, I haste me to my bed,
The dear repose for limbs with travel tired;
But then begins a journey in my head
To work my mind, when body’s work’s expired:
For then my thoughts–from far where I abide–
Intend a zealous pilgrimage to thee,
And keep my drooping eyelids open wide,
Looking on darkness which the blind do see:
Save that my soul’s imaginary sight
Presents thy shadow to my sightless view,
Which, like a jewel hung in ghastly night,
Makes black night beauteous, and her old face new.
Lo! thus, by day my limbs, by night my mind,
For thee, and for myself, no quiet find.

Alex @ 2:02 pm
Filed under: Sonstiges
Schuld

Posted on Thursday 10 September 2009

Gestern, in einem Bus in Tel Aviv, fragte mich der Busfahrer, woher ich denn komme (Deutschland) und in welcher Stadt ich wohne (Muenchen). Daraufhin folgte eine minutenlange Stille, und er murmelte, Muenchen (Muenchen 1972) koennte man niemals vergessen. Ich beschloss im Stillen, ab jetzt immer “Duesseldorf” zu antworten.

Die Schuldfrage, die Werke wie Schlinks “Vorleser” aufwerfen, ist erweiterbar. Inwiefern haben sich die Handelnden im 2. Weltkrieg schuldig gemacht, die nicht wussten, was sie taten? Die aus individuellen Motiven heraus handelten? Inwiefern ist jemand, der in Deutschland lebt und erfaehrt, dass der eigene Grossvater in der SS war, schuldig? Darf man dann nicht mehr mit ihm Kaffee trinken? Inwiefern macht man sich schuldig, wenn man sich freiwillig fuer Deutschland als Wohnort entscheidet? Wie weit darf man sich mit dem Land, in dem man lebt, identifizieren, ohne alles verkoerpern zu muessen?

Ich bin mir nicht sicher, ob das Konzept von Schuld und Unschuld sich ohne Weiteres auf saemtliche vorstellbaren Systeme und Verhaltensweisen darin uebertragen laesst. Viele, die unter Hitler erfolgreich waren, waeren es wohl auch in einer heutigen Versicherung. Aber wie kann man dann die Existenz eines Gerichts rechtfertigen? Wie kann es ueberhaupt ein richtiges Urteil geben?

Alex @ 10:12 pm
Filed under: Alltagswahn and Gegenwart and Vergangenheit