Posted on Sunday 10 May 2009
Es gibt tatsächlich einen Zeitpunkt, an dem man unter Wasser keine Luft mehr hat. Aber der ist in dem Moment, in dem man verzweifelt nach Luft japsend zur Oberfläche zappelt, meist meilenweit entfernt. Weil man denkt, es würde einem die Luft ausgehen, folgt daraus, dass man viel früher wieder auftaucht als man eigentlich müsste. Man hat keine Luft, weil man meint, keine zu haben, noch bevor man wirklich keine mehr hat. Man taucht auf, weil man Angst davor hat, dass der Augenblick, an dem man wieder Sauerstoff braucht, eintreten könnte. Man beschleunigt diesen Augenblick aus Angst vor ihm. Selbst wenn man nur zentimeterweit unter Wasser ist und in jeder Sekunde mühelos wieder an die Wasseroberfläche gelangen könnte. Selbst dann. Man sichert sich ab.
Es gibt auch in der Wirklichkeit Schranken. Aber viele Schranken, in denen wir leben, setzen wir uns selbst.

