Tuesday, 21 Apr 2009
Das Semester hat gerade damit begonnen, sich in die Wirklichkeit zu entfalten. Zur Feier des Tages oder vielmehr der Nacht daher mal ein Stream of Consciousness zum Thema “Dinge, die man im ersten Semester lernt”, in dem sich widerspiegelt, was das Studium mit einem macht.
- Wenn ein Beweis unmittelbar aus der Voraussetzung hervorgeht, bedeutet dies, dass man mit einem Blatt Papier und einigem Nachdenken in der Lage sein sollte, ihn nachzuvollziehen.
- Wenn ein Beweis trivial ist, kann man den Nachmittag vergessen.
- Falls er einiges Nachdenken erfordert, dann gilt das auch fĂŒr den Abend und die Nacht.
- Falls er nicht trivial oder sogar schwierig ist, braucht man ihn keines Blickes zu wĂŒrdigen, bevor man nicht mindestens Funktionalanalysis 1-3 und Differenzierbare Mannigfaltigkeiten besucht hat.
- Man kann jegliches Essen stets noch eine Kategorie abwerten, indem man es auf Futtertrogtabletts anstatt auf Tellern serviert. Selbst das in unserer Mensa.
- Alle Experimente aus der Reihe “n Theoretiker versuchen…” sind zum Scheitern verurteilt, sofern sich der Versuch auch nur im Entferntesten auf real existierende GegenstĂ€nde bezieht.
- Unterhaltungen ĂŒber Körper und Ringe sind in den meisten FĂ€llen nicht versaut gemeint.
- Dies ist der richtige Moment um zu stutzen, falls du beim vorletzten Punkt bei dem Wort “Reihe” an Partialsummenfolgen gedacht hast.
- Dies ist der richtige Moment um zu stutzen, falls du dich ĂŒber den letzten Punkt wunderst.
- Dies ist der richtige Moment um zu stutzen, falls du dich fragst, ob das Wort “letzter” den allerletzten Punkt bezeichnen sollte oder bloĂ den vorhergehenden.
- Wenn man jede erdenkliche Form von MissverstĂ€ndnissen tunlichst vermeiden möchte, lĂ€uft man Gefahr, fĂŒr scheinbar alltĂ€gliche Aussagen ZeitrĂ€ume von kaum endlicher LĂ€nge zu benötigen.
- Kanonische Notation ist essenziell fĂŒr das VerstĂ€ndnis, und es ist vollkommen berechtigt, wenn fĂŒr ihr Missachten Punkte abgezogen werden. Sie ist die Basis, auf der alles andere aufbaut. Die Grundlage fĂŒr mathematische Kommunikation. Es gibt kaum Wichtigeres. AuĂer, man ist Professor.
- Kaffee := <3
- Kaffee, Kaffee, Kaffee := lim(n->â)(<3)^n
- Dies ist der richtige Moment um zu stutzen, falls du die Vorstellung (>)^n interessant findest.
- Dies ist der richtige Moment um zu stutzen, falls du dir Derartiges tatsÀchlich vorstellen kannst.
- Dies ist der richtige Moment um zu stutzen, falls du diesen Eintrag wirklich ganz gelesen hast.


April 21st, 2009 at 4:17 pm
Herz hoch n fĂŒr n gegen unendlich? Klar, wieso nicht?
NatĂŒrlich habe ich alles gelesen *stutz* :-)
June 28th, 2009 at 8:34 pm
und linksinvariante Untergruppen haben mit Marx meistens gar nix zu tun.
June 30th, 2009 at 8:58 pm
Und in fast allen FĂ€llen auch nichts mit dem Web2.0.