Zu Haus

Posted on Monday 15 December 2008

Danke für das Warten. Vielen Dank auch für das Zuhören. Danke dafür, dass ihr dabei wart und nicht minder danke dafür, dass ich euch Gesellschaft leisten durfte. Danke für das Lachen. Danke dafür, dass ihr nicht alles glaubt. Danke für das Ablenken. Dafür, dass hinterrücks kein Wort fällt, das dies ansonsten nicht getan hätte. Danke für das Dach über dem Kopf. Dafür, dass ein “trotzdem” bei euch zu einem “gerade deshalb” wird. Danke für die Scherze, die guten und die schlechten.  Danke für die unvergesslichen Sechs, uns unvergessliche Sechs. Danke für den Fourier-Transformation-Crashkurs auf Bierdeckeln und für Stringtheorie-Vorlesungen auf Papptellern. Danke für die gemütliche Runde bei Glühwein mit Schuss, der eigentlich ein Schuss mit Glühwein war, irgendwo am nordrhein-westfälischen gefühlten Nordpol. Danke für das Erklären, für eure eiserne Geduld. Danke für unerwartet schöne Anfänge eigentlich ganz alltäglicher Textmitteilungen. Danke für das Um-Hilfe-Bitten. Danke für das Vertrauen. Danke für das Nach-Hause-Bringen. Danke dafür, dass sich endlich wieder etwas echt anfühlt. Danke für bedingungslose Akzeptanz. Danke für die Weltuntergangsmomente, den notwendigen Kontrast zum Glück im Kleinen. Danke für die Machtinstrumente. Danke für ein essbares Mensa-Essen. Danke für das Nicht-zuständig-Sein-und-trotzdem-Tun.

Danke dafür, dass es euch gibt.

Zweifellos gibt es geistreichere Einträge, aber es ist schließlich Weihnachtszeit und es gibt auch einfach Dinge, die gesagt werden müssen.

Alex @ 1:31 am
Filed under: Gegenwart and Leben and Made my day and Menschen
Meins

Posted on Monday 1 December 2008

Die eigene Migräne ist um Welten schlimmer als jede fremde. Man selbst beherrscht den Klausurstoff unvergleichlich viel schlechter als alle anderen. Die eigene Wohnung ist am kleinsten, die eigene Fernbeziehung am aussichtslosesten, die eigenen Schuhe drücken am meisten, das eigene Einkommen reicht am wenigsten aus. Aber wenn jemand anders mal Verständnis für eine ähnliche Lage erwartet - ä-ä: Das ist was ganz anderes, bei mir war das damals viel schlimmer. 

Die angewandte subjektive Wahrnehmung suggeriert uns Tag für Tag, dass wir etwas besonderes sind. Gibt dies uns die Berechtigung, uns auch so zu verhalten? Ist diese Eigenschaft – andersrum angeben – typisch deutsch?

Alex @ 12:05 am
Filed under: Alltagswahn and Sonstiges