Thursday, 10 Jul 2008

New Math

Die moderne Wissenschaft hat das Ziel, diejenigen Grundsätze, auf denen unsere Welt beruht, herauszufinden. Aus der Verwendung des Wortes “herausfinden” geht bereits die Ansicht hervor, dass es diese Grundsätze gibt und dass man lediglich die (gegebenenfalls eben elektronisch erweiterten) Augen öffnen muss.

Aber was, wenn es gar keine objektiven Tatsachen gibt? Wenn die Welt nicht streng festgelegten Mustern folgt, sondern sich dynamisch weiterentwickelt? Wenn alle physikalischen Gesetze eigentlich nur zufällig entstandene Regelmäßigkeiten sind, die auch nur innerhalb unserer Galaxis gelten? Das ist extrem unwahrscheinlich - aber mit Wahrscheinlichkeiten können wir nicht argumentieren, wenn wir uns fragen, ob unsere Mathematik Realitätsbezug hat.

Außerhalb der Mathematik ist jede objektive Tatsache heutzutage eigentlich eine Kombination aus einer These und einer genügend großen Menschenanzahl, die sie nicht hinterfragt. Das macht sie nicht unbedingt besser.


4 Responses to “New Math”

  1. pascal Says:

    Nach der Multiverse-Theorie geht man ja davon aus, dass es feste Gesetze gibt, aber evtl. nicht in allen Universen gleichermaßen. Oder dass die Weltformel überall gilt, nur mit jeweils anderen Parametern — und dass man sie daher nie finden würde, weil man dazu ja den Vergleich mit anderen Universen bräuchte, was ja mal wieder per Definition unmöglich ist. Aber gut, das haben sie übers Neutrino auch gesagt…

  2. Lukiduk Says:

    Wir wissen nicht mal wie unsere Welt aussieht. Ist man Verfechter der Stringtheorie, dann ist eine solche Formel gar nicht Möglich, denn überall schließt auch anderen Brane ein, die eventuell mehr als 9 Dimensionen besitzen.
    Ich muss der Autorin recht geben, denn schnell wird aus einer reinen Hypothese ein Grundformel. Auch wenn das Beispiel nicht mathematisch ist: Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hat man Angenommen, dass ein menschliches Gen aus 48 Chromosomen besteht.
    Die ausmaßen sind extrem, vor allem wenn den Boom der sogenannten “Quantenengel” betrachtet. Durch einige Autoritäten, deren Aussagen so hingedreht wurden, dass man daran glauben kann, entstand eine Religion. So kam es dann auch dazu, dass Nichtwissenschaftler Esotherische Bücher über die Quantenwelt schrieben.
    Großes Kompliment, schöner Gedanke.

  3. Alex Says:

    @pascal
    ;-)

    @Lukiduk
    Oh ja. Genau wie manche Leute nicht mit dem Gedanken leben können, dass es keinen Gott gibt, weil sie es nicht verkraften, dass es vielleicht doch nicht auf alles eine Antwort gibt, genau so gibt es Naturwissenschaftler, die nie damit leben können werden, dass vielleicht gar nicht alles berechenbar ist. Die Weltformel hat schließlich auch was Göttliches.

  4. Lukiduk Says:

    @Alex:
    Wenn die Wissenschaftler es schaffen Gott zu beweisen, dann glaube ich, dass man wirklich alles nachweisen kann. Davor lebe ich nur von der Illusion, dass man das meiste berechnen kann.

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