Sunday, 1 Jun 2008
Gestern fand in ganz NRW die Bekanntgabe der Abiturnoten und damit des vorläufigen Abiturschnitts statt. Um mich herum dreht sich alles nur noch um zwei Ziffern – die vor und die nach dem Komma.
“Wie viele Punkte brauche ich bis zur nächsten Notengrenze? Muss ich in eine Abweichungsprüfung? Wenn ich mich freiwillig prüfen lasse, kann ich mich dann um null komma eine Note verbessern?”
Aus physikalischer Sicht eignet sich der Abiturschnitt allerdings gar nicht zur Bestimmung der Leistung der Abiturienten.
Wieso?
Die Vorgaben für das Zentralabitur kann man sich im Internet herunterladen. Die Liste beinhaltet alle Themen, über die man für die zentralen Prüfungen bescheid wissen muss. Der Abiturschnitt trifft eine Aussage über die Gesamtpunktzahl des Schülers, also letztlich über den Anteil seines Wissens am Gesamtinformationsgehalt.
Da die Themen von vornherein eingegrenzt sind, muss ein Schüler theoretisch nicht zwei Jahre lang für sein Abitur lernen; er kann den Stoff auch in dem ersten halben Jahr durchnehmen oder alles in der Unterrichtszeit lernen, sodass er seine Freizeit keinen Gedanken mehr ans Abi verschwenden muss. Die volle Punktzahl im Abitur erhält man, wenn man den ganzen vorgegebenen Stoff gelernt hat, d.h. die vom Bildungsministerium festgelegte Menge an Arbeit verrichtet hat.
Leistung ist aber Arbeit pro Zeit. Also muss man bei der Berechnung die Anzahl der Stunden mit einbeziehen, die der Schüler in der Schule oder zuhause für das Lernen benötigt hat: Je mehr Zeit jemand pro Abiturpunkt investiert hat, desto weniger hat er in dieser Zeit geleistet.
Der Leistungskoeffizient eines Abiturienten lautet demnach:
Durchschnitt = Punktanzahl / Zeitaufwand
Wenn man davon ausgeht, dass ein Schüler seine Fehlstunden nicht mit dem gleichen Zeitaufwand zuhause kompensiert, folgt daraus: Wer weniger da ist, leistet mehr!


June 10th, 2008 at 8:50 am
Ersetze den Lernzeitraum als Bezugsrahmen durch die Prüfungszeit vor Ort und keine Bildungsinstitution muss deswegen ihr Gesicht verlieren.