Saturday, 31 May 2008
Vom 17. bis zum 25. Mai fand in Stuttgart der Ideenpark statt – eine Messe, die Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaft, Technik und Innovation begeistern sollte, veranstaltet von Thyssen Krupp und in Kooperation mit zahlreichen anderen Einrichtungen und Organisationen.
Wir von juFORUM e.V. waren wohl die einzigen, die ehrenamtlich anwesend waren, aber dafür auch die einzigen, bei denen es dieselben Leute waren, die zur Gala gingen und am nächsten Tag am Stand standen.
Die Bilanz:
- Unser Stand befand sich in Halle 3, SchlauLoPolis – das war diejenige Halle, die vom ersten Tag an ständig gesperrt werden musste, da mehr Besucher da waren als Platz. Das war gut so, denn ansonsten wären wir mit dem auch so schon riesigen Andrang wirklich nicht fertig geworden.
- Die Eröffnungsgala “Night of Innovation” bot eine von Günther Jauch und Thomas Gottschalk moderierte nette Show mit Vince Ebert (die profilreichsten Witze des Abends), Lichtblitzen (Mann sitzt im Ganzkörper-Kettenhemd auf einer Teslaspule und wedelt mit den Händen zu lauter Musik – zu schade, dass die Musik selbst nicht der Teslaspule entstammte) und mit allem Anschein nach allen Stargästen, die sie bekommen konnten (Klitschko, Bud Spencer).
- Nicht ganz so nett: Drei Damen (darunter eine Brückenbauingenieurin und eine Mathestudentin, die sich zu allem Übel “Germany’s Next Topmodel” nennen darf) wurden während der Show nach dem arithmetischen Mittel aus 2, 16 und 12 gefragt – und konnten partout nicht antworten. Da wirkte der Moderatorkommentar “Sehen Sie, bei solchen Frauen müssen wir uns um die Zukunft unseres Landes keine Sorgen machen!” mehr als sarkastisch und ziemlich beleidigend. Da hätte man sich als naturwissenschaftlich interessiertes weibliches Wesen wirklich mehr gewünscht.
- Die “Days Of Innovation”-Shows beinhalteten weniger Promis und waren wirklich nur dann sehenswert, wenn man die “Night Of Innovation” noch nicht kannte.
- Open Suse-DVDs im Schrank unseres Nachbarstandes der Jungs von AntMe! (was zu Microsoft Deutschland gehört) zu lagern hatte schon irgendwie Stil.
- Die Differenzen im Verständnisvermögen der Kinder sind größer als man glauben möchte. Ich fand es faszinierend, wie intelligent manche Fünfjährigen sind – und nicht minder überrascht war ich davon, wie blöd manche Fünfzehnjährigen sich anstellen. Vielleicht sollten sich manche Eltern überlegen, ob sie Kindern nicht zu sehr unter die Arme greifen – wer schon als Kleinkind gesagt bekommt, “nein, lass das, die Mama kann den Flieger besser falten, du machst das falsch”, der erwartet auch mit 15, dass jemand für ihn den Flieger faltet, weil er es selbst nicht kann und versucht es nicht einmal
- Löten macht Spaß.
- Die von der Messe Stuttgart nehmen es mit der Mülltrennung wirklich nicht so genau: Nachdem die Türen zu waren, wurde alles aus den vier verschiedenen Abteilungen der Müllbehälter in eine große, schwarze Tonne gekippt. Meiner Meinung nach ist die Entscheidung, keine Mülltrennung zu praktizieren, weil sie nicht sauber durchführbar ist und mehr Schaden als Nutzen anrichtet, wenn es nicht alle beachten, eine Sache; die Entscheidung, sechs- und mehrstellige Menschenzahlen dazu zu bringen, sich unnötig Arbeit zu machen und die Leute in dem Glauben zu lassen, sie würden damit etwas bewirken, ist eine andere.
- Leider wurde die Altersempfehlung, die am Halleneingang abgedruckt war und sich auch in der Farbe der Messestände widerspiegelte, in den meisten Fällen nicht beachtet, sodass wir irgendwann eine Begrenzung “Ab 12″ für den Lötstand einführen und vor all den kleinen Kindern, die die viel zu komplizierten Schaltungen löten wollten, durchsetzen mussten – und das, obwohl wir eigentlich in der “Ab 15″-Kategorie platziert waren.
Die Arbeit auf dem Ideenpark hat sich auf jeden Fall gelohnt und die Messe an sich war wirklich toll. Spannende Objekte aus Wissenschaft und Technik gab es tatsächlich an jeder Ecke, von 3D-Landschaften über den Lotus-Effekt und Ferro-Flüssigkeiten bis hin zur Supraleitungs-Magnet-
Schwebe-Eisenbahn war auch alles Gängige aus Wissenschaft und Forschung, was toll anzusehen ist, präsent.
Hoffentlich wird der Ideenpark in zwei Jahren ein genauso großer Erfolg!

